09.02.2017, 14:18 Uhr – Geschrieben von: Admin

Wie Focus Online berichtet, wurden in der nordafghanischen Provinz Dschausdschan sechs Mitarbeiter des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz von mutmaßlichen IS-Terroristen ermordet.

Der Focus beruft sich auf den Sprecher des IKRK in Kabul, Thomas Glass. Zwei weitere Mitarbeiter würden demnach noch vermisst. Zur Identität der Opfer ist bislang nichts genaues bekannt, es soll sich allerdings um Afghanen handeln.

Die Kollgen hatten Angaben des Gouverneurs Maulawi Lotfullah Asisi zufolge Heu für Herdentiere verteilt, als sie im Bezirk Kosch Tepa von Mitgliedern des IS angegriffen wurden. Die sechs Toten seien mithilfe von Stammesältesten geborgen worden. Man versuche nun, die Freilassung der beiden anderen Geiseln auszuhandeln.

Erst im Dezember war ein spanischer Mitarbeiter des IKRK in der nordafghanischen Provinz Kundus aus einem Auto heraus entführt worden. Er war im Januar freigekommen.

Das IKRK hat in Afghanistan etwa 2000 Mitarbeiter und arbeitet in den Bereichen Gesundheitsfürsorge, Menschenrechte und Nothilfe. 2016 gab es nach Angaben der UN in Afghanistan mehr als 200 Angriffe auf Entwicklungs- und Nothelfer. 15 von ihnen wurden ermordet.

Dennoch werde das von Krieg zerissene Land nicht alleine gelassen, sagt Sprecher Glass. Man müsse allerdings abwägen, was der Anschlag für die Zukunft bedeute und wie die Aktivitäten des IKRK fortgesetzt werden. In den sieben orthopädischen Zentren des IKRK würden die Patienten aber weiterbehandelt.
Bislang genoß das Rote Kreuz bei allen Konfliktparteien einen besonderen Schutzstatus. Diese Haltung gegenüber dem Roten Kreuz geht zurück auf die Beschlüsse der Genfer Konvention. Demnach stellt es ein schweres Kriegsverbrechen dar, unter einem Schutzzeichen stehende Personen oder Objekte anzugreifen. Mehr dazu erfahren Sie >>hier<<.