Jede Vereinigung der Rotreuzbewegung und Rothalbmondbewegung beruft sich auf die Vision von Henri Dunant. Auf einer Geschäftsreise, nahe der italienischen Stadt Solferino, wurde er Zeuge einer grausamen Schlacht zwischen den Truppen Österreichs, Sardinien und Frankreichs. Schockiert von den Zuständen unter den Verletzten schrieb er 1862 das Buch „Eine Erinnerng an Solferino“, welches er aus eigenen Mitteln bezahlte und es in Europa verteilte. Ein Jahr später wurde in Genf das „Internationale Komitee der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege“ gegründet, dass seit 1876 den Namen „Internationales Komitee vom Roten Kreuz“ trägt. Das „IKRK“ ist der Dachverband aller Rotkreuz- und Rothalbmondvereinigungen. Seit jeher berufen sich alle diese Vereinigungen auf die sieben Grundsätze: Menschlichkeit,  Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Jeder, der Hilfe benötigt, soll sie auch bekommen.

1864 wurde in Genf ein Abkommen beschlossen: die Genfer Konvention. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des internationalen humanitären Völkerrechts und regelt im Groben den Umgang mit Menschen, Verletzten und Kriegsgefangenen. Sie geht im wesentlichen auf die Vorschläge aus Dunant’s Buch ein, wehalb er als Gründer des Roten Kreuzes gilt.

Das rote Kreuz auf weißem Grund, sowie der rote Halbmond auf weißem Grund, ist ein international anerkanntes Schutzzeichen. Es kennzeichnet in bewaffneten Konflikten unmissverständlich unter dem Schutz des humanitären Völkerrechts stehende Personen und Objekte. Diese Schutzzeichen dürfen ausschließlich von bestimmten Organisationen und deren Mitarbeitern getragen werden. Eine Kennzeichnungspflicht gilt ebenso für deren Gebäude, Fahrzeuge und Austattungen. Ein Angriff auf diese Zeichen gilt als schweres Kriegsverbrechen.

Im Laufe der Jahre sind noch weitere Schutzzeichen dazugekommen, welche jedoch weniger bekannt sind. Mehr dazu finden Sie hier.

1901 erhält Henri Dunant, nach mehr als drei Jahrzehnten in Armut, den Friedensnobelpreis. 1910 stirbt er. Seine Idee lebt jedoch bis heute als eine der größten Bewegungen weltweit weiter.